Zum richtigen Einrauchen einer Bruyèrepfeife

Inhalt drucken

Immer wieder werden Pfeifen als "Durchbrenner" reklamiert. Da ein großer Teil aller Brandschäden an Pfeifen seine Ursache weniger in mangelhaftem Material, sondern viel eher im Rauchverhalten der Besitzer hat, wollen wir hier einige hilfreiche Tips und Erklärungen geben.

Das Einrauchen ist bei allen Bruyèrepfeifen nötig, auch bei Pfeifen mit "einrauchbeschichteten" Kopfbohrungen. Holz brennt - Bruyère ist da keine Ausnahme. Einrauchen bedeutet, das Holz allmählich an die Hitze zu gewöhnen, die von der Tabakglut ausgeht. Dies geschieht durch den Aufbau der "Karbonschicht" (den Ablagerungen von Asche und Rauchkondensat), die dem Holz guten Schutz vor der Hitze bietet. Anfangs wird dabei die Innenwand des Kopfes zwangsläufig ein wenig angebrannt, und um dies weitestgehend zu begrenzen, ist während der ersten Pfeifenfüllungen behutsames und sanftes Ziehen besonders wichtig.

Wir empfehlen, jede Pfeife zu drei Vierteln oder voll gefüllt einzurauchen. Der Tabak soll locker eingefüllt und zum Schluss sanft angedrückt werden. Auch während des Rauchens soll die Asche nur sanft, beinahe "streichelnd" geglättet und nachgedrückt werden. Es ist zwar nicht grundsätzlich falsch, das Einrauchen mit Drittelfüllung zu beginnen. Es birgt aber nicht zu unterschätzende Gefahren, denn die Drittelbefüllung führt zu ungleichmäßiger Hitzeverteilung im Pfeifenkopf, so dass Spannungen zwischen kalten und erhitzten Holzpartien auftreten. Die geringe Menge Tabak trägt das Ihre dazu bei, denn um sie zum Glimmen zu bringen, ist stärkere Sauerstoffzufuhr, d.h. stärkeres Ziehen nötig. So können leicht die haarfeinen Risse im Holz entstehen, in die sich später die Glut regelrecht hineinfrisst.

Wird die Pfeife zu heiß - wenn die Berührung des Pfeifenkopfes mit dem Handrücken als schmerzhaft empfunden wird - legen Sie am besten die Pfeife beiseite. Lassen Sie sie abkühlen, um sie dann erneut anzuzünden und sehr behutsam weiterzurauchen. Bemerken Sie gar einen bitter-brenzligen Geschmack und/oder Geruch, dann ist dies ein unmissverständliches Alarmzeichen für verbrennendes Holz. Rauchen Sie jetzt nicht weiter, sondern lassen Sie die Pfeife erlöschen und abkühlen, um sie danach auszuräumen
und auf eventuelle Brandschäden zu prüfen. Früh erkannte oberflächliche Brandnarben lassen sich meist problemlos reparieren, und die Pfeife kann ohne Genussminderung weiter geraucht werden. Wer aus Angst, die Tabakglut dürfe während des Rauchens auf keinen Fall erlöschen, die Pfeife durch anhaltendes Ziehen zu sehr "quält", riskiert damit ein tiefreichendes Verbrennen des Holzes und als Folge unter Umständen gar die Zerstörung seiner Pfeife.

Rauchen Sie jede Tabakfüllung weitestgehend zu Ende. Vermeiden Sie aber dennoch, die Pfeife zu "quälen", um auch noch die allerletzten Krumen Tabak zu verglühen (s. o.). Wird allerdings immer wieder nur zur Hälfte aufgeraucht und die Pfeife auch noch zu häufig innerhalb kurzer Zeit benutzt, sammeln sich recht bald im Boden des Pfeifenkopfes und im Pfeifenholm große Mengen feuchten Kondensats. Das Holz saugt sich voll, quillt auf und kann dadurch sehr leicht "versumpfen", was Ihnen den Tabakgenuss aus dieser Pfeife gänzlich verleiden wird.

Beim Einrauchen von Filterpfeifen ist besondere Vorsicht geboten. Ein Filter erhöht den Zugwiderstand in der Pfeife, so dass der Raucher "als Ausgleich" oft viel zu stark zieht und die Glut erst richtig anfacht. Der Filter hält Kondensate, damit aber auch Geschmacksstoffe zurück, der Rauch wird "milder" und die Bitterstoffe des Rauchs werden spürbar weniger. Der Filter lässt aber (oft unterstützt vom Flavour der populären hocharomatischen Tabake) auch und gerade den typischen, gallig-bitteren Geschmack brennenden Holzes kaum durchdringen, der uns als deutliches Alarmsignal bei akuter Brandgefahr warnt. Darum ist bei Filterpfeifen die Hitzekontrolle von außen durch möglichst häufiges Umfassen des Pfeifenkopfes geradezu unerlässlich.

Auch die Konsistenz des Tabaks ist für ein problemloses Einrauchen von Bedeutung. Zu feuchte Mixturen sind nur schwer zum Brennen zu bringen und am Glimmen zu halten, sie erfordern wiederholtes Nachzünden und verstärktes Ziehen. Zu trockener Tabak brennt von sich aus schon übermäßig schnell und daher heiß. In beiden Fällen lässt sich die Hitzeentwicklung im Pfeifenkopf kaum richtig kontrollieren und es besteht erhöhtes Risiko des Einbrennens.

Wenn es Sie einmal "erwischt" haben sollte und Sie befürchten, Ihre Pfeife abschreiben zu müssen, so wenden Sie sich vertrauensvoll an uns. Schicken Sie uns die betroffene Pfeife möglichst frühzeitig ein, bevor eine entstehende Brandnarbe sich noch vergrößert. Ein kleiner "Klinik-Aufenthalt" in unserer Werkstatt hat schon manche Pfeife gerettet.


So pflegen Sie Ihre Pfeife.

Haben Sie das 18te Lebensjahr vollendet?