Hilfe für Einsteiger

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In letzter Zeit hat das Pfeifenrauchen erfreulicherweise vermehrt Zuspruch gerade unter jüngeren Menschen erfahren. Daher wollen wir Anfängern einige hilfreiche Tips an die Hand geben.


Die Wahl der ersten Pfeife

Wählen Sie am besten eine klassische gerade Billiard oder Apple - diese Formen haben sich seit Generationen bewährt und sind problemlos zu rauchen. Es kann auch eine leicht geschwungene Halfbent sein, von stark gebogenen Hängern als Erstpfeife möchten wir jedoch dringend abraten, denn mit ihnen hat auch manch Eingeweihter immer noch Probleme. Die ungewohnte Reizwirkung heißer Rauchkondensate auf die Mundschleimhaut bewirkt beim Neuling anfangs eine vermehrte Speichelsekretion. Bei gebogenen Pfeifen läuft der Speichel leichter durch das Mundstück in den Pfeifenholm zurück. Dort vermischt er sich mit bitterem Rauchkondensat und wird unter hörbarem Gurgeln leicht wieder in den Mund gesogen.

Eine einfache Pfeife für unseren Zweck muss nicht allzu teuer sein. Die überwiegende Zahl aller Pfeifen wird in Manufakturen hergestellt, wo an Kopierfräsen die Pfeifenköpfe geformt, danach mit Mundstücken versehen und schließlich fein beschliffen und oberflächenbehandelt werden. Das alles geschieht übrigens mit einem sehr hohen Anteil an zeitaufwendiger Handarbeit. Nun ist Bruyèreholz ein wild gewachsenes Naturmaterial, dessen Qualität starken Schwankungen unterliegt. Also werden im Zuge der Produktion nach dem letzten Formschliff die Pfeifen nach Kriterien wie Reinheit des Holzes, Dichte der Maserung, Anzahl und Größe von Oberflächenfehlern sortiert - im Ergebnis überwiegen leider die weniger reinen Stücke bei weitem. Die genannten Faktoren betreffen allerdings nur das Äußere der Pfeifen, sie beeinträchtigen in keiner Weise deren Raucheigenschaften, sind also keine Qualitätsmerkmale im Sinne optimaler Funktionalität.

Der relativ geringe Anteil an völlig oder fast fehlerfreien Pfeifen kommt - der Seltenheit Rechnung tragend - zu häufig sehr hohen Preisen in den Handel. Der überwiegende mit Schönheitsfehlern behaftete Anteil der Produktion erhält durch geschicktes Kitten und sehr kontrastreiches, oft dunkleres Einfärben, durch sandstrahlen oder auch rustizieren (beschnitzen) der Oberfläche ein durchaus sehr ansprechendes Aussehen und wird - allgemein bezeichnet als „Pfeifen der Konsumpreislage“ – zu deutlich günstigeren Preisen gehandelt als die Schönheiten der ersten Sortierung.

Anfängern möchten wir sandgestrahlte oder rustizierte Pfeifen besonders empfehlen, denn sie sind nicht nur leichter und weniger empfindlich als glatte Pfeifen, sie lassen sich wegen ihrer größeren Oberfläche auch etwas kühler rauchen. Nachfolgend einige Kriterien, nach denen Sie Ihre erste(n) Pfeife(n) auswählen sollten:

•    Sie sollten möglichst gerade sein oder nur leicht gebogen.
•    Die Kopfbohrung sollte einen Durchmesser von etwa 20 mm haben und eine Tiefe von 35 bis 45 mm. Dies ist gegeben, wenn Ihr Zeigefinger mit leichtem Kontakt zur Wandung bequem bis auf den Boden der Kopfbohrung reicht.
•    Da Anfänger erfahrungsgemäß häufig zum Heißrauchen neigen, sollte die erste Pfeife gern „viel Fleisch“ haben und einigermaßen dickwandig sein, besonders im unteren Drittel des Pfeifenkopfes. Die Pfeife darf jedoch nicht zu schwer werden und soll sich noch bequem mit den Zähnen halten lassen, wozu ein gut gearbeiteter Mundstückbiss entscheidend beiträgt. Achten Sie also auch darauf.
•    Die Pfeife soll einen leichten Zug haben. Wenn Sie sich für eine Filterpfeife entscheiden, soll durch das Einsetzen des Filters der Zug nicht wesentlich eingeschränkt werden. Mundstück und Holm sollten ohne Probleme für einen Pfeifenreiniger durchgängig sein.

Auf längere Sicht reicht eine Pfeife auch für den Anfänger natürlich nicht aus. Wenn Sie mehrmals täglich daraus rauchen, wird sie selbst bei pfleglicher Behandlung bald einen muffigen Eigengeruch entwickeln, den auch die Umwelt sehr wohl registriert - und das oft, bevor es Ihnen selbst auffällt! Pfeifen müssen nach jeder Füllung regenerieren und brauchen unbedingt eine längere Pause, um zu trocknen und aufgesogenes Kondensat wieder ausdünsten zu können.


Die Wahl des Tabaks

Wir unterscheiden zwischen „naturbelassenen“ Mixturen, die dem Raucher den „echten“ Tabakgeschmack bieten, und aromatisierten Mixturen, die mit diversen Fruchtessenzen und/oder anderen Duftstoffen wie Vanille veredelt werden. Erstere sind meist sauberer im Abbrand und hinterlassen weniger Kondensate, werden aber wegen ihres manchmal eher strengen Dufts von Mitrauchern nicht so gern gelitten. Aromatisierte Mixturen verwöhnen mit blumig-süßem Geschmack und vor allem einer duftigen Raumnote, als Folge stärkerer Saucierung im Zuge der Herstellung hinterlassen sie in der Pfeife allerdings meist deutlich mehr Kondensate. Wählen Sie für Ihre ersten Versuche einen eher gering saucierten Tabak. Freunden Sie sich erst einmal mit dieser „Einstiegs-Mischung“ an und rauchen Sie die Packung auf, bevor Sie sich anderen Blends zuwenden und Ihren Horizont erweitern. So bekommen Sie am ehesten einen wirklichen Geschmackseindruck, ohne sich zu verzetteln und im „Dschungel“ des weiten Tabak-Angebots zu verirren.


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